
Wo eine Flut ist, wird auch eine Ebbe kommen. Wann – und wie – sie kommt, liegt an uns. Was wird sichtbar werden, wenn sich das Wasser zurückzieht? Welche alten und neuen Lebensweisen können uns als rettender Anker dienen? Um welche keimenden Gärten wollen wir Deiche bauen, welche Schätze auf Flößen vertäuen? Und was wollen wir loslassen, von den Fluten reinigen lassen?
Gezeiten kommen und gehen. Wir sind auf der Suche nach den Wendepunkten, nach den Inseln und Booten, nach den Wattwürmern und Strandläufern. Nach denen, die tief einatmen und eintauchen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Nach denen, die sich in die Brandung stellen, bis die Welle bricht.
Viele kennen protagon von der Sommerwerft am Frankfurter Mainufer. Mit der Winterwerft setzen wir „Kultur für alle“ auch im Winter um. Auf dem Kulturgelände unseres Vereins für international performing arts organisieren wir ein besonderes Festival Format: Für 18 Tage laden wir Künstler*innen und Gruppen dazu ein, hier im Spiel- und Produktionsort protagon miteinander zu leben, zu proben, zu trainieren und zu forschen. Jedes Wochenende zeigen wir im Rahmen des Festivalprogramms auch die Ergebnisse aus diesem Theaterlabor und wollen dazu mit euch in den Austausch kommen. Zudem haben wir weitere regionale und internationale Künstler*innen eingeladen, ihre Arbeiten zu zeigen.
Auf dem Winterwerft Gelände finden wir für das Festival einen magischen Rahmen. Tagsüber gibt es für alle zugängliche Workshops aus Theater, Tanz und mehr. Ab 18:00 Uhr öffnet dann das Gelände und unsere Ausstellung. Die Jurte, das Babushka Café und das Foyer laden mit Konzertklängen, Gesprächsformaten, warmen Getränken und Leckereien zum Verweilen und Austausch ein. In der Halle finden Theater und Performances statt, und wenn wir es brauchen, ist dort auch Platz zum Tanzen. Und sonntags haben wir am Nachmittag ein Programm für die Kleineren: Fantasievolle Workshops in der gemütlichen Jurte und Theater für kleine und große Menschen.
Wir möchten auf der Winterwerft eine friedliche und sichere Umgebung schaffen, in der sich alle wohlfühlen können, unabhängig von Geschlecht und Geschlechtsidentität, sexueller Identität, Behinderung, ethnischer Herkunft, Nationalität, Alter, Sprache, Religion oder Weltanschauung. Einen solchen Raum zu gestalten und Werte wie Rücksichtnahme, Solidarität und Toleranz ernst zu nehmen, liegt jetzt an uns allen. Aus diesem Grund haben wir ein Awareness-Team auf dem Festival eingerichtet, das immer präsent ist. Auch unser Care-Team ist auf dem Festival immer präsent und für alle Themen rund um Hygiene und Sicherheit ansprechbar.
Wir versuchen den Zugang zum Festival so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Die Veranstaltungsräume und Toiletten sind rollstuhlgerecht.
In diesem Jahr werden wir zum ersten Mal die Moderationen am Abend, sowie ausgewählte Veranstaltungen von einer Gebärdensprachdolmetscherin in Deutsche Gebärdensprache übersetzen lassen. Dies wird ermöglicht, durch eine Förderung der Aktion Mensch. Die meisten Veranstaltungen wie Tanz und physical Theatre enthalten wenig oder keine Sprache, andere werden mit Unter- oder Übertitel versehen. Weitere Informationen dazu finden sich im Programm.
Um für alle zugänglich zu sein, finanziert sich das Festival solidarisch: Wie viel du für deinen Besuch geben willst und kannst, entscheidest du selbst. Gibst du mehr, kann jemand anders weniger geben. Was ist uns freie Kultur wert? Als Veranstalter*innen vertrauen wir in eure Unterstützung.